Die magischen Bücher

Diese Geschichte wurde von Tarina geschrieben

Vor ein paar Wochen war Tarina auf einer Audienz bei Königin Linde. Nach ein paar allgemeinen Anliegen der Bürger von Carima meldete sich Herzogin Jil zu Wort.
„Mir ist ein Buch abhanden gekommen.  Dieses Buch ist was ganz Besonderes, denn es ist ein magisches Buch. Es sollte möglichst schnell gefunden werden.“
Tarina bekam einen fürchterlichen Schrecken. Als Magierin wusste sie was es für schreckliche Auswirkungen haben konnte, wenn solche Bücher in die falsche Hände gerieten. Das konnte sie nicht riskieren. Für Carima konnte das fatale Folgen haben. Tarina meldete sich. Als sie aufgefordert wurde zu sprechen, ging sie nach vorne und knickste höflich.
„Eure Majestät ich kann euch vielleicht helfen. Ich bin ausgebildete Magierin. Lady Canidio werdet ihr sicherlich noch kennen. Ich war damals in ihren Diensten als Ratsmagierin. Ich weiß in wieweit man mit magischen Dingen umgehen muss und ich würde euch gerne meine Dienste anbieten.“
„Ja sicher. Lady Canidio ist eine große Magierin und sie hat mir in vielen Dingen stets zur Seite gestanden. Wenn ihr euch damit auskennt, sehr gerne. Bitte gebt mir über eure Ergebnisse Bescheid.“ erwiderte Königin Linde.
In den nächsten Tagen durchforstete Tarina ganz Carima nach diesem magischen Buch, jedoch ohne Ergebnis. Selbst das dunkle Schloss, welches von allen Bürgern gefürchtet war, durchsuchte sie. Zwar fand sie eine große Bibliothek, aber nicht das entsprechende Buch. Es war wie verhext.
Lady Liane erzählte ihr eine merkwürdige Geschichte. Auf der letzten Audienz war sie auf einmal verschwunden, so hatte man Tarina erzählt. Wie vom Boden verschwunden verschluckt. Lady Liane erzählte ihr wiederum, dass sie sich auf einmal an einem ganz anderen Ort befunden hatte. Sie konnte sich allerdings nicht erklären, was da Genaues passiert war, wie sie auf einmal an diesen einen Ort gekommen war.
Und noch was erzählte Lady Liane ihr. Sie hörte merkwürdige Dinge. Eine innere Stimme sprach zu ihr. Sie solle bestimmte Sachen machen oder unterlassen. Das kam insbesondere bei den Audienzen von Königin Linde vor. Allerdings war es eine fremde Stimme. Tarina überlegte. Konnte das mit dem Verschwinden des magischen Buches zusammenhängen? Sie bot Lady Liane an ihr mit ihrer magischen Kraft zu helfen. Sie wollte versuchen diese böse Macht, die Liane beherrschte einzudämmen. Ob das auf einmal gehen würde, wäre äußerst fragwürdig, aber Tarina versprach Liane, ihr weiterhin zu helfen. Auch versprach sie in der nächsten Zeit, wenn Audienz war, Liane hilfreich zur Seite zu stehen und versuchen diese Stimme zu orten. Vielleicht gab es da eine Möglichkeit.
Tarina ging in sich und konzentrierte sich. Ihre magische Energie baute sich auf und ertastete das Innere von Liane. Dort unten, ganz tief im Inneren, spürt sie was Dunkles. Sofort versuchte sie, immer mehr Energie aufzubauen, die sie geschickt wie ein Schutzschild um das Dunkle legte. Doch diese dunkle Magie war resistent. Es wehrte sich nach Kräften. Tarina kostete es jede Menge Kraft. Sie war der Ohnmacht nahe. Endlich gelang es ihr, den Schutz um Liane zu legen. Wie lange würde das anhalten? Sie wusste es nicht. Sie nahm sich vor, tagtäglich mit Liane diesen Schutz zu erneuern, da Liane ins Hospital ziehen wollte.
Ein paar Tage später erlebte Tarina selber mit, wie Liane auf einmal verschwand. Mehrere Bewohner halfen Tarina bei der Suche. Selbst die Abwasserkanäle von Carima wurden durchsucht. Ohne jeglichen Erfolg. Auf einmal war auch Lady Matisha verschwunden, die bei der Suche half. Später fand man sie geknebelt und gefesselt in einer der Hütten. Sie berichtete ihnen, dass eine dunkle Gestalt sie im Hafen in den Hinterhalt gelockt hätte. Dort hätte man ihr einen Schlag auf den Kopf versetzt und hier an den Ort gebracht. Tarina untersuchte Matisha kurz. Bis auf eine Beule am Kopf konnte sie nichts weiter feststellen. Sie empfahl ihr jedoch, sich zu schonen und bei Kopfschmerzen und Erbrechen sie sofort im Hospital aufzusuchen.
Am kommenden Sonntag bei der Audienz berichtete Lady Jil, dass auch das 2. Magische Buch verschwunden wäre. Tarina erschrak fürchterlich. Jil demonstrierte daraufhin mit einem ähnlichen Buch, was das für Auswirkungen haben könnte. Ein riesiger blauer Ball erfüllte auf einmal  den Raum als Jil eines der Bücher öffnete. Viele der Bewohner fielen in Ohnmacht. Tarina kümmerte sich sofort um die Gäste. Jil erinnerte eindringlich noch mal daran, dass dieses Buch gefunden werden muß. Tarina bat Königin Linde um die Erlaubnis, auch die Privathäuser durchsuchen zu dürfen, da sie dies bis jetzt noch nicht getan hätte. Viele Bürger schüttelten unverständlich den Kopf. Tarina erinnerte alle noch einmal daran, wie wichtig das wäre. Sie erzählte kurz die Geschichte von Sir Elyion der durch so eine dunkle Magie in einen alten Mann verwandelt worden war. Königin Linde erlaubte es ihr. Tarina bat um Hilfe von Lady Anna und Sir Hartmut, da sie das allein nicht bewältigen könnte. Dieses wurde ihr gewährt.
Nach der Audienz bat sie Königin Linde und Lady Jil um ein privates  Gespräch  im Büro. Sie berichtete dort den Beiden von den Vorkommnissen mit Liane und Matisha. Linde sagte Tarina, jegliche Unterstützung zu und bat um Berichte, wenn sich was Neues ergeben würde.
Die Tage vergingen ergebnislos, ohne dass die Bücher gefunden wurden. Nach ein oder 2 Wochen  zog auf einer der Audienzen Leonie ein Buch aus ihrem Rucksack. Leonie ist Lady Elas kleine Nichte. Tarina kannte sie gut und hatte die Kleine in ihr Herz geschlossen.
„Da da ist das Buch“, schrie auf einmal Jil auf.
Alle drängten sich um die kleine Leonie. Tarina bemerkte, dass Leonie es langsam mit der Angst zu tun bekam. Leise sprachen Jil und Tarina auf Leonie ein, dass sie doch Jil das Buch geben solle. Doch alles Bitten und Betteln half nichts. Leonie rückte einfach das Buch nicht mehr raus.
„Dieben sollte man die Hände abhacken.“ meinte einer der Highländer.
Tarina strafte ihn mit einem bitterbösen Blick.
Leonie erschrak fürchterlich und umklammerte das Buch noch fester.
In einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit lief Leonie einfach los ohne dass irgendjemand sie aufhalten konnte.
„Hinterher. Haltet sie auf.“ Schrie Jil.
Die ganze Menge stob auseinander und rannte Leonie nach. Doch die Kleine war schneller als man dachte mit ihren kurzen Beinchen. Niemand konnte sie aufhalten und auf einmal war sie weg. War sie verschwunden? Hatte sie sich versteckt? Niemand wusste es.
Die ganze Nacht suchte Tarina nach ihr. Was mochte Leonie nur passiert sein? Auf Elas Hof hatte sie leider keinen Erfolg. Ela war nicht zu Hause. Was sollte man Ela sagen, wenn sie Leonie suchte? Wie sollte man ihr das Ganze beibringen.
Früh am nächsten Tag machte sich Tarina völlig übermüdet noch mal auf den Weg zu Elas Hof. Sie fand Ela bei ihren Tieren.
„Grüße Ela. Ist Leonie hier?“
„Nein, Leonie habe ich den ganzen Tag noch nicht gesehen. Ich war leider gestern unterwegs und ich dachte sie wäre bei euch oder bei der Herzogin.“
„Leonie ist seit gestern verschwunden.“
Ela wurde bleich.
„Wo ist Leonie? Was ist geschehen.“
Zum Glück kam Jil gerade um die Ecke. In kurzen knappen Worten schilderten sie Ela von den Geschehnissen von der Audienz.
„Wir müssen sie finden. Ich bin verantwortlich für sie.“ Schrie fast Ela.
Alle 3 machten sich noch einmal auf die Suche.
Im Hafen wie aus dem Nichts tauchte auf einmal Leonie auf. Freudig nahm Ela sie in den Arm.
„Da bist du ja. Alle suchen dich.“
Auch Tarina und Jil waren, die Freude und Erleichterung anzumerken.
„Wo bist du denn gewesen? Wir haben uns ganz große Sorgen um dich gemacht.“
„Bei meiner Freundin. Ich möchte nicht, dass meine Hände gehackt werden.“ Sagte ängstlich Leonie.
Ela schaute Tarina und Jil böse an.
„Das hat einer der Highländer gesagt. Das hat das ganze ausgelöst“ flüsterte Tarina Ela zu.
„Niemand hackt dir die Hände ab. Das ist versprochen. Aber wir brauchen das Buch.“
„Tante Herzochin, aber da sind doch so schöne Bilder drinnen.
„Du darfst dir ein anderes schönes Buch bei mir aussuchen. Ich habe ganz viele schöne Bilderbücher.“
Doch Leonie blieb bei dem Nein. Tarina und Jil machten ihr allerlei Versprechen. Sie sollte bei den Audienzen neben der Königin auf dem Thron sitzen, ein Fest nur für sie ganz allein, Schokolade so viel sie essen konnte usw.
Doch auch das reizte Leonie nicht. Doch so langsam wurde ihr Nein unsicherer. Das merkte man.
Irgendwann wurde es wohl Ela zu bunt.
„Leonie?!“ sagte sie streng.
Ängstlich schaute Leonie ihre Tante an.
„Ja?“
„Gib Tarina und Tante Jil das Buch. Sofort.“
Leonie kämpfte leicht mit ihren Tränen.
„Na gut. Ich bringen euch dorthin wo ich es versteckt habe.“
Schon lief sie los in Richtung Hafen und Taverne. Ela, Jil und Tarina stürzten hinter ihr her.
In einem Haus in der Nähe von Annas Blumenladen lief Leonie die Treppen nach oben bis sie oben im Speicher angelangt waren. Die 3 Erwachsenen kamen völlig aus der Puste dort oben an. Unter einer Holzdiele fanden sie nun endlich die beiden Bücher.
Tarina nahm diese in Empfang. Erleichtert atmeten alle auf.
„Ich bringe sie sofort in Sicherheit, damit kein Unglück geschieht.“
Alle nickten.
Tarina lief los zum Hospital. Dort verstaute sie die Bücher in Ihrer Truhe und legte einen Schutzzauber um diese Truhe. Nur sie konnte sie öffnen und niemand anderes.
In einem Gespräch mit Liane erfuhr Tarina einige Tage später, dass sie keine Stimmen hören konnte, die ihr irgendwelche Befehle erteilten. Tarina schloss daraus, dass die Ursache dafür wirklich diese magischen Bücher waren. Nur allen blieb es ein Rätsel: Wie konnte Leonie so schadlos an die Bücher gelangen? Das Rätsel würde wohl nie gelöst werden.

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